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Campingausrüstung: Der Materialtest (3)

Zelten im Sommer? Kann jeder. Zelten bei -3 Grad in der Nacht? Will nicht jeder. Wir schon!
Am letzten Märzwochenende 2015 stand der Materialtest von Zelt und Schlafsack an. Schliesslich wollten wir wissen, ob das Zeuch was taugt, bevor wir spätestens Ende Mai auf große Reise gehen.

Ziel war eine Nacht auf einem Campingplatz in idyllischer Landschaft, möglichst nicht zu weit weg. Über den Fachverband der Freizeit- und Campingunternehmer in NRW e.V. haben wir uns 3 Favoriten ausgesucht:

  • Anna Fleuth
    Ein naturnaher reiner Zeltplatz in der Region Niederrhein
  • Camp-Hammer
    Direkt an der Rur gelegener Campingplatz im Nationalpark Eifel
  • Schafbachmühle
    Sehr ruhige Naturanlage abseits von Landstraßen, ebenfalls im Nationalpark Eifel

Kurze Abstimmung und die Wahl fiel auf den Platz Schafbachmühle. Bauchgefühl!

Nationalpark Eifel
Am Freitag ging es dann los, früher Feierabend, Auto beladen und auf die Bahn. Immer wieder erstaunlich, wie schnell man auch bei uns draussen ist. Draussen, aus der Zivilisation der Großstädte. Draussen, im Nationalpark Eifel.
Muss man wissen: Der Nationalpark hat, gemäß Empfehlungen der IUCN, das Ziel bis 2034 mindesten 75% seiner Fläche sich selbst zu überlassen. Damit ist die Eifel unser Urwald von morgen. Eine Waldart, die es offiziell heute in Deutschland gar nicht mehr gibt.
Nach knapp 1:15h Fahrtzeit kommen wir an der Schafbachmühle an. Der Platz selbst ist nur über eine Art Forstweg erreichbar und liegt tatsächlich mitten im Wald. Terassenförmig angelegt, mit einem künstlichen Bachlauf unten im Tal, zu dieser Jahreszeit aber eine eher einsame Idylle. Wir scheinen tatsächlich die einzigen Gäste zu sein und dürfen uns auf einer der Zeltwiesen frei entfalten. Grillen am Platz, mit unserem selbst mitgebrachten Grill, ist auch kein Problem. Eine offizielle Grillstelle gäbe es aber auch.

Der Aufbau
Der Zeltaufbau des Exped Mira II gestaltet sich auch im echten Einsatz relativ simpel. Dank farblicher und nummerierter Markierungen ist sofort klar was wohin muss. Einzig das Footprint, welches ich mir noch zusätzlich besorgt habe, ist etwas seltsam in der Handhabung. Das liegt wohl aber eher an mir, als am Footprint: Anders als beim eigentlich Zelt ist mir hier nämlich nicht ganz so klar was wohin gehört und das Footprint wirkt deutlich kleiner. Ein wenig muss ja, aber so? Na, wird schon. Fummelig wird es auch beim Aussenzelt. Die hier angebrachten Laschen für die Stangen passen nämlich nicht wirklich gut über die, bereits in den Laschen des Innenzelts steckenden Stangen. Ist aber kein Drama. Vermutlich passt es so dann aber auch besser, wenn man das Aussenzelt ohne das Innenzelt aufbaut. Stabil ist es allemal. Gut hingegen ist die Handhabung der Heringe sowie der Spannseile, letztere haben einen Verstellmechanismus, so dass man die Leinen ganz bequem nachspannen und das Zelt in Form bringen kann.
Da ich beim Aufbau alles dreimal kontrolliert habe, brauche ich auch entsprechend lang. Hier fehlt wohl einfach noch die Routine. Macht aber nix, währenddessen haben die Jungs schonmal den Grill angeheizt!

Der Abend
Die Temperaturen gehen eigentlich noch. Es ist frisch, aber nicht kalt und wir ziehen direkt die Skiunterwäsche an, damit wir während des Essens nicht auskühlen. Ganz in der Nähe steht ein kleiner Pavillion mit Tisch und Bänken, welchen wir für unser Promidinner nutzen. Mit einem Fenix CL20 Campinglicht, auf Helligkeitsstufe 2 von 4, beleuchten wir den gesamten Pavillion. Erstaunlich, was moderne LEDs so leisten! Nachdem wir gegessen haben, machen wir noch ein kleines Feuer und nutzen den Grill dabei als Schale. Während wir da so sitzen wird es merklich kälter, bis es um ca. 21:30 Uhr schlagartig richtig kalt wird. Wir brechen den Abend ab und sind froh, dass der Waschraum beheizt ist! Als ich in meiner dicken Winterjacke an der Heizung lehne und mir die Zähne putze, frage ich mich, wie mich wohl mein dünner Schlafsack jetzt gleich wärmen soll, wenn ich in der Jacke schon friere…

Die Nacht
Aber der Exped Lite 500 macht genau das was er soll! In Skiunterwäsche und Fließoberteil lege ich mich schlafen. Im Bereich der für den Schlafsack angegebenen Limittemperatur, habe ich so in keinem Augenblick das Gefühl zu frieren. Der Kragen und die Kapuze lassen sich über die Züge wunderbar zuziehen und die Wärme so nicht nach aussen entweichen. Kältebrücken kann ich auch keine feststellen. Während der Nacht werde ich ein paar Mal wach und stelle in Richtung Morgenstunden fest, dass der Oberkörper sich wunderbar warm anfühlt. Lediglich die Beine könnten einen Tick wärmer sein – es ist nicht so dass es kalt ist, aber wärmer wäre angenehmer. Es ist auch nicht wirklich störend, so dass ich wieder einschlafe und ein paar Stunden später vom Sonnenschein wieder wachgekitzelt werde.

Der Abbau
Der Abbau geht schnell von statten: Abspannseile gelöst, Aussenzelt abgezogen und Kondenswasser abgeschüttelt. Stangen aus dem Innenzelt gezogen, Heringe eingesammelt, Aussen- und Innenzelt zusammenfaltet und alles zusammen auf Breite des Packsacks zusammengerollt. Einzig beim Packsack bewahrheiten sich meine Befürchtungen, das Ding ist einfach unpraktisch und friemelig. Hier werde ich mich definitv nach einer Alternative umsehen.

Fazit
Unterm Strich ein sehr gelungener Materialtest, der gezeigt hat, dass das Material hält was es verspricht! Jetzt weiß ich auch wie sich -3 Grad in Zelt und Schlafsack anfühlen und kann ein wenig besser abschätzen für welchen Einsatz der Kram künftig geeignet ist und für welchen eher nicht.

Und jetzt? Ich würde sagen, Schweden 2015 kann kommen!

 


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Campingausrüstung: Die Qual der Wahl (1) – das Zelt
Campingausrüstung: Die Qual der Wahl (2) – der Schlafsack

Author: thorsten

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